Neujahr

(1. Januar)

Der Beginn des Neuen Jahres wurde im Laufe der Geschichte zu verschiedenen Zeiten gefeiert. Großbritannien und seine Kolonien in Amerika übernahmen im Jahre 1752 den Gregorianischen Kalender, mit dem der 1. Januar als Neujahrstag wieder eingeführt wurde. Auch die Art und Weise, wie das Neue Jahr gefeiert wird, ist je nach Religion und Brauchtum weltweit ganz unterschiedlich. Moslems, zum Beispiel, begehen das Neue Jahr, indem sie neue Kleider tragen. Menschen südostasiatischer Herkunft lassen Vögel und Schildkröten frei und versprechen sich davon Glück in den kommenden zwölf Monaten. Mitgliedern der jüdischen Glaubensgemeinschaft ist der Tag heilig und sie begehen eine religiöse Zeremonie bei einer Mahlzeit mit speziellen Gerichten. Indische Hindus errichten Schreine neben ihren Betten, um zu Beginn des Neuen Jahres schöne Gegenstände zu sehen. Japaner backen eine Woche vor Neujahr bei einem gesellschaftlichen Beisammensein Reiskuchen.

So unterschiedlich die Bräuche sein mögen, fühlen die meisten Menschen doch ähnlich. Mit einem neuen Jahr können wir ein neues Leben erwarten. Wir wünschen einander Glück und nehmen uns vor, im nächsten Jahr vieles besser zu machen.

Silvester (31. Dezember)

In den USA ist der 1. Januar ein bundesweiter Feiertag, doch die Amerikaner beginnen am 31. Dezember zu feiern. Mancherorts gibt es Maskenbälle. Nach alter Tradition legt man zu Mitternacht die Maske ab.

Auf den Silvesterpartys am 31. Dezember wird in Amerika vielfach als Teil der Feier ferngesehen. Die meisten TV-Sender zeigen den Times Square im Herzen von New York City. Eine Minute vor Mitternacht gleitet eine leuchtende Kugel langsam an einem Pfeiler an einem der Gebäude hinab. Während die Kugel hinuntersinkt, zählen die Menschen rückwärts. Sobald sie den Boden erreicht, leuchtet ein Neujahrsschild auf. Die Menschen umarmen und küssen einander und wünschen einander ein gutes Neues Jahr („Happy New Year!“).

Neujahrstag

Am 1. Januar besuchen die Amerikaner Freunde, Verwandte und Nachbarn. Bei diesen spontanen Besuchen wünscht man das Allerbeste für das neu begonnene Jahr und es wird reichlich gegessen und getrunken. Viele Familien und Freunde sehen sich gemeinsam im Fernsehen die Tournament of Roses – Parade im kalifornischen Pasadena an, die dem Rose Bowl Football-Spiel vorangeht. Die Parade wurde zum ersten Mal im Jahre 1887 abgehalten, als ein Zoologe, der eine solche in Frankreich erlebt hatte, dem Valley Hunt Club in Pasadena, Kalifornien, vorschlug, zum Jahresbeginn eine „künstlerische Feier anlässlich der Orangenreife“ zu sponsern. Anfangs bestand die Parade aus einer Reihe geschmückter privater Pferdekutschen. Am Nachmittag fanden Sportveranstaltungen statt, gefolgt von einem Ball am Abend, an dem die Sieger der nachmittäglichen Bewerbe genannt und der schönste Festwagen gekürt wurden. In späteren Jahren begannen Colleges am Neujahrstag Football-Spiele auszutragen, die dann mit der Zeit die anderen Sportbewerbe ersetzten. Die Festwagenparade wurde von Jahr zu Jahr länger und der Blumenschmuck aufwändiger.

Das Thema des Tournament of Roses wechselt von Jahr zu Jahr. Heute ist die Parade für gewöhnlich über fünf Meilen lang, mit tausenden Teilnehmern in den Musikkapellen („marching bands“) und auf den Wagen. Offizielle Vertreter der Stadt fahren in den Autos, mit denen die Festwagen gezogen werden. Eine berühmte Persönlichkeit wird als „Grand Marshal“ oder offizieller Zeremonienmeister ausgewählt. Die Königin des Turniers thront auf einem speziellen Wagen, der immer mit über 250.000 Blumen der am auffallendsten geschmückte in der Parade ist. Zuseher wie Teilnehmer genießen den diesen Anlass begleitenden Pomp. Und am 2. Januar beginnen die Vorbereitungen für das nächste Tournament of Roses.

In den wärmeren Regionen Amerikas finden andere Spiele statt, deren Namen auf ein charakteristisches Merkmal des jeweiligen Staates Bezug nehmen. In Florida sieht man sich den Orange Bowl an, in Texas den Cotton Bowl und in Louisiana den Sugar Bowl. In den meisten Kulturen versprechen die Menschen, sich im nächsten Jahr zu bessern. Die Amerikaner haben diese Tradition ererbt und halten ihre Neujahrsvorsätze oft sogar schriftlich fest. Wie immer der Vorsatz aussieht – meistens wird er doch spätestens bis Februar gebrochen oder vergessen!