Washington’s Birthday

(Dritter Montag im Februar)

Auch in den vergangenen Jahren beging man in Amerika den Geburtstag von Präsident George Washington als Feiertag, unabhängig davon, dass das Datum der Feierlichkeiten mehrmals geändert worden war. Per Gesetz (Public Law 90-363) wurden einige bundesweite Feiertage auf Montage verlegt. Der Kongress verabschiedete das Gesetz im Jahre 1968 mit Gültigkeit per 1971. Demnach wird Washington’s Birthday als gesetzlicher Feiertag am dritten Montag im Februar begangen. Obwohl dies rein technisch gesprochen nur für Mitarbeiter der Bundesregierung und den District of Columbia Gültigkeit hätte, begehen beinahe alle 50 Staaten ihren Feiertag an diesem Datum. In manchen Staaten wird dieser Feiertag offiziell als Presidents‘ Day oder Washington-Lincoln Day bezeichnet, die meisten Staaten jedoch haben den traditionellen Namen beibehalten.

George Washington, geboren in Virginia am 22. Februar 1732, war eine Führungspersönlichkeit. Er trug wesentlich dazu bei, aus einer Ansammlung in Konflikten verhafteter Kolonien und Territorien eine geeinte Nation zu schaffen. Der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird von den Amerikanern liebevoll als „Vater ihres Landes“ geehrt.

Kurz nach seinem 22. Geburtstag trat Washington in den Dienst der Armee König Georgs des III. von England und wurde Truppenkommandant. Die Franzosen besetzten britischen Boden und hetzten die Indianer gegen die britischen Kolonisten auf. Später, im Krieg gegen die Franzosen und Indianer, kommandierte Washington große Einheiten und inspirierte seine Soldaten mit seinem couragierten Verhalten.

König George III von England herrschte zu jener Zeit über die 13 Kolonien entlang der Ostküste und viele der umliegenden Gebiete. Die Kolonisten wollten Freiheit und Gesetze, die auf Demokratie basierten und nicht auf Entscheidungen eines in weiter Ferne regierenden Königs. An der Boston Tea Party, 1773, einem Aufstand der Kolonien gegen britische Steuern, entfachte sich die amerikanische Revolution. Washington führte und ermutigte seine unerfahrenen Armeen acht Jahre lang gegen die britischen Truppen, bis die Kolonien schließlich die Unabhängigkeit erlangten.

In der Verfassung und der Bill of Rights (die ersten 10 Zusätze zur Verfassung von 1787) wurden Gesetze für das neue Land festgeschrieben. Ein Präsident musste gefunden werden, und wiederum fiel die Wahl ganz natürlich auf George Washington. Er willigte ein, seinem Land als erster Präsident zu dienen. Er zog von Mount Vernon, der Heimat seiner Familie südlich von Alexandria, Virginia, nach New York City, der damaligen Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Die Reise in der Pferdekutsche dauerte eine Woche. Auf der ganzen Strecke warteten zahlreiche Menschen, die einen Blick auf den General des Revolutionskrieges und ihren ersten Präsidenten erhaschen wollten.

Washington widerstrebte es, zu führen. In der Zeit, als er seine Soldaten in zwei Kriegen Inspiration gab, betrachtete er dies als Dienst an seinem Land, nicht als Führungsrolle. Als er zwei Amtszeiten als Präsident annahm, war dies für ihn ein Dienst an Gott und seinem Land in Friedenszeiten. Eine dritte Amtsperiode lehnte er ab. Sein Wunsch, in sein schönes Heim in Mount Vernon zurückzukehren, war stärker.

Die Amerikaner feierten Washingtons Geburtstag bereits zu seinen Lebzeiten. Sie waren dankbar für eine starke Führungspersönlichkeit, die bewiesen hatte, dass Demokratie eine lebbare Regierungsform war. Und schon zu seinen Lebzeiten entstanden Legenden um ihn. Die bekannteste darunter besagt, dass George Washington so stark war, dass er einen Silberdollar über den Potomac geworfen haben soll. Manche behaupten, die Geschichte sei wahr – einige Teile des Potomac sollen vor einigen hundert Jahren ja recht eng gewesen sein! Eine andere Lebende erzählen die Amerikaner auch heute noch ihren Kindern:

Als George Washington ein Kind war, schenkte ihm sein Vater eine Axt. George versuchte, damit einen Kirschbaum zu fällen. Sein Vater bemerkte die Kerben im Stamm und fragte seinen Sohn, wie das passiert sei. „Ich kann nicht lügen“, sagte George. „Ich habe sie mit meiner Axt gemacht“. Vielleicht hat George Washington nie eine Axt besessen und vielleicht gab es am Ort seiner Kindheit gar keine Kirschbäume. Doch heute steht George Washington für Ehrlichkeit, und an seinem Geburtstag isst man besonders gerne Kirschenkuchen.

Verschiedene Gemeinden begehen den Feiertag mit Aufführungen wichtiger Meilensteine auf Washingtons Lebensweg. Der Feiertag hat heute auch eine weitaus kommerziellere Ausrichtung angenommen. Viele Einkaufszentren und Geschäfte haben zu Presidents‘ Day Rabatte und die Kunden haben einen freien Tag.

Das Weiße Haus

Während seiner Präsidentschaft hielt George Washington einen Architekturwettbewerb für den besten Entwurf für einen „President’s Palace“ (Präsidentenpalast) ab. Unter den Bewerbern war der Architekt Thomas Jefferson, Autor der Unabhängigkeitserklärung.

Sein Entwurf wurde anonym eingereicht und nur mit den Initialen „A. Z“ unterzeichnet. Den Bewerb gewann allerdings ein irischer Architekt namens James Hoban. Der Preis war $500, ein Stück Land und natürlich die Ehre der Verwendung der Pläne für den Endentwurf des Gebäudes. Die Amerikaner nannten es „President’s House“ (Präsidentenhaus), denn das Wort „Palast“ erinnerte sie zu sehr an die eben erst zurückgelassene Monarchie. Von 1818-1902 war die offizielle Bezeichnung „Executive Mansion“. Heute wird es einfach „The White House“ (das Weiße Haus) genannt. Gemäß mancher Historiker erhielt es diesen Namen, als es restauriert wurde, nachdem es die Briten 1812 niedergebrannt hatten. Einer anderen Legende gemäß benannte es George Washington nach dem Haus seiner Frau im Bundesstaat Virginia.

Der erste Präsident zog allerdings niemals in dieses Haus ein. Washington starb am 14. Dezember 1799, ein Jahr vor der Vollendung des Weißen Hauses unter der Präsidentschaft von John Adams. Im Jahre 1806 erhielt Thomas Jefferson abermals eine Gelegenheit, das Weiße Haus zu gestalten, als er als dritter Präsident einzog. Ein großer Teil des Gebäudes und der Handschrift von Jefferson wurden im Krieg von 1812 zerstört. Der Wiederaufbau wurde allerdings von James Hoban überwacht. Das Weiße Haus wurde von den jeweiligen Präsidenten 1881 und 1902 umgestaltet und jede Veränderung spiegelte den Stil der damaligen Zeit wieder. 1949, unter der Präsidentschaft von Harry S. Truman, wurde es vollständig renoviert. 1960, als John Kennedy Präsident wurde, legte seine Frau Jacqueline einen Schwerpunkt auf amerikanische Ausstattung und Kunst. Die Gärten wurden verschönert und vergrößert.

Seit damals widmen sich die Gattinnen der Präsidenten dem Haus mit viel Geschmack.